Weihnachtsbräuche in EuropaWeihnachten wird in vielen Ländern ganz unterschiedlich gefeiert
Der Dezember steht auf der ganzen Welt im Zeichen des Weihnachtsfestes. Doch in jedem europäischen Land wird das Fest anders gefeiert.
Ein geschmückter Weihnachtsbaum, das Krippenspiel in der Kirche, die abendliche Bescherung am Heiligen Abend, dem 24. Dezember im Kreis der Familie: So sieht in vielen deutschen Familien das Weihnachtsfest aus. Doch in vielen europäischen Ländern wird das Fest ganz anders gefeiert. Weihnachten in EnglandDie Engländer feiern ihr Christmas am 25. Dezember. In England werden traditionsgemäß am Weihnachtsabend die Strümpfe an den Kamin gehängt. Der Legende nach fliegt Santa Claus mit seinem Rentierschlitten über die Dächer und wirft Geschenke in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember durch den Kamin. Auch der Weihnachtsbaum gehört seit Mitte des letzten Jahrhunderts in jede englische Weihnachtsstube. Der deutschstämmige Prinz Albert brachte als Ehemann von Königin Victoria diese Tradition nach England. Ein wichtiger englischer Brauch ist das Dekorieren der Zimmer mit Mistelzweigen, unter denen bei jeder Begegnung geküsst werden darf. Zum traditionellen Weihnachtsessen am 25. Dezember gehören für die Briten der mit Brot und Hackfleisch oder sauren Äpfeln und Backpflaumen gefüllte Truthahn, Plumpudding und Eierpunsch. Beim Weihnachtsmahl lassen es die Engländer richtig krachen: Sie tragen Papphüte und lassen Knallbonbons platzen. Gegen 15 Uhr versammelt sich die ganze Familie vor dem Fernseher, um der Ansprache der Queen an das Commonwealth zu lauschen. Weihnachten in IrlandDie Iren feiern Weihnachten ähnlich wie die Briten. Auch in Irland kommt dem Kinderglauben nach Santa Claus am 25. Dezember durch den Kamin und füllt die daran aufgehängten Socken. Als Dank bekommt er ein Glas Whiskey oder ein Pint Guinness. Am zweiten Weihnachtsfeiertag, dem St. Stephens Day, gedenken die Iren dem heiligen Stefan, dem ersten Märtyrer. An diesem Tag tragen junge Leute und Kinder Stechpalmenzweige die mit Bändern geschmückt sind an denen Zaunkönige hängen, singend von Haus zu Haus. Weihnachten in SchwedenDer Höhepunkt der Weihnachtszeit in Schweden ist der 13. Dezember, das Fest der heiligen Luzia. An diesem Tag gibt es in Schweden neben der offiziellen Parade zahllose Feiern. Schwedens offizielle Luzia wird in einem Schönheitswettbewerb ausgesucht und die Gewinnerin im Freilichtmuseum Skansen gekrönt. Der geschmückte Weihnachtsbaum ist das zentrale Stück in den schwedischen Häusern. Weihnachten ist in Schweden der wichtigste Feiertag. Anders als in vielen anderen Ländern ist der Heilige Abend hier der Hauptfeiertag. Am Morgen des Heiligabends besuchen die Schweden Verwandte und Freunde. Um 15 Uhr sitzen alle vor dem Fernseher: Es ist Zeit für Weihnachten mit Donald Duck, eine Stunde mit den Disneycomics. Erst wenn die Folge mit den Trickfiguren vorbei ist, beginnt die schwedische Familie ihre eigenen Festlichkeiten. Häufig klopft der Weihnachtsmann (meist in Form eines Familienmitgliedes) an die Türen der Familien und verteilt Geschenke. Der Höhepunkt im schwedischen Weihnachten ist das altehrwürdige Smörgåsbord, bei dem auch die Julkorv, eine besondere Bratwurst, serviert wird. Weihnachten in ItalienIn Italien werden nicht Bäume sondern Krippen weihnachtlich geschmückt. In der Nachbarschaft gibt es einen richtigen Wettstreit um die schönste Presepio. Am Heiligen Abend wird von jedem Familienmitglied aus einem Säckchen ein Zettel mit der Nummer seines Geschenkes gezogen. Im streng katholischen Italien wird zu Weihnachten in der Regel Fisch gegessen, da bis zum 24. Dezember Fleischverbot herrscht. Weihnachten in FrankreichIn Frankreich steht der Weihnachtsschmaus Le Reveillon im Mittelpunkt des Weihnachtsfestes. Den süßen Abschluss dieses Festmahls bildet Buche de Noel, eine Schokoladen-Biskuitrolle. Während der Mitternachtsmesse, an der die ganze Familie teilnimmt, füllt angeblich der Weihnachtsmann Père Noel die frisch geputzten Schuhe der Kinder mit Geschenken. Weihnachten in SpanienIn Spanien wird der Heilige Abend im Kreise der Familie mit einem traditionellen Truthahnbraten gefeiert. Die Bescherung findet jedoch erst am 6. Januar statt, wenn die heiligen drei Könige die Geschenke bringen.
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